Vorträge

Vom Traum zum TraumaMenschenhandel nach Bayern
Referentin Monika Cissek-Evans
von 16.00-17.00 Uhr im Zenzl Mühsam Saal
Aufgrund der aktuellen Gesetzeslage ist Deutschland inzwischen zum Bordell Europas geworden. Zuhälter holen junge Frauen straflos vor allem aus osteuropäischen und afrikanischen Ländern nach Deutschland und verkaufen sie weiter, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Prostitution ist in Deutschland legal. Für viele Frauen, die in der Hoffnung auf Arbeit nach Europa gehen, endet die Reise unter menschenunwürdigen Bedingungen in europäischen Bordellen. Monika Cissek-Evans stellt die Arbeit ihrer Fachberatungsstelle JADWIGA (Beratung und Betreuung von Betroffenen des Menschenhandels) vor, beschreibt die verschiedenen Formen der Ausbeutung bei Menschenhandel und die Schwierigkeiten bei der Strafverfolgung.

Gewalt gegen Frauen – wie kann die Polizei helfen?
Referent Kriminaloberrat Arno Helfrich
von 17.00–18.00 Uhr im Zenzl Mühsam Saal
Gewalt gegen Frauen ist ein Phänomen, das die Polizei schon immer stark und intensiv beschäftigt. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die polizeiliche Arbeit mehr und mehr auch auf die Opfer konzentriert. Die Beratung und Unterstützung von Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, wird in Stadt und Landkreis München in enger Zusammenarbeit mit Beratungsstellen geleistet. Arno Helfrich, Leiter des Kommissariats für Prävention und Opferschutz, stellt in seinem Vortrag die Kriminalitätslage und die Maßnahmen vor, die seitens der Polizei zur Bekämpfung derartiger Straftaten getroffen werden.

Wenn es vorbei ist, ist es noch lange nicht gut
Referentin Dr. Melanie Büttner
von 18.00-19.00 Uhr im Zenzl Mühsam Saal
Gewalt ist bis heute weit verbreitet und findet zumeist verdeckt statt – allzu oft auch in Partnerschaften und Familien. Doch selbst wenn die Gewalt vorüber ist, ist für viele Betroffene das Leid noch nicht vorbei, denn die psychischen und körperlichen Folgen begleiten sie nicht selten ein Leben lang. Der Vortrag erklärt, wie häufig bestimmte Gewaltformen sind, welche Erkrankungen Gewalt nach sich zieht, wo Betroffene Hilfe finden und ob Schreiben bei der Bewältigung des Erlebten nützt.

Der Fluch der ‚gefühlten‘ Parität – Empowerment im täglichen Leben
Referentin Janet Clark
von 18.00-19.00 Uhr im Max Gorbach Zimmer
1 : 1,05 beträgt das weltweite Geschlechterverhältnis bei Geburten. Es wird als evolutionär stabile Strategie bezeichnet, was bedeutet, es gibt keine bessere Alternativstrategie. Die Stärke dieser Parität funktioniert auch in der Wirtschaft: Bereits seit 2012 ist bekannt, dass Fortune-500 Unternehmen mit der höchsten Frauenquote im Vorstand 42% mehr Umsatz verzeichnen.
Und doch leben wir in einer von Männern dominierten Gesellschaft, in der selbst in frauenreichen Branchen vorwiegend Männer das Sagen haben, knapp 70% der Hauptrollen in TV und Film3 bespielen, den Großteil prestigeträchtiger Preise absahnen und den Löwenanteil medialer Berichterstattung besetzen. Kurz, egal wohin man blickt, es wird signalisiert, dass die männliche Sicht als wertvoller betrachtet wird. Oftmals geschieht dies unbewusst als logische Fortführung eines von Kindheit aufgesogenen Verständnisses der Geschlechterrollen, das zu einem verzerrten Bewusstsein von Parität führt. Die ‚gefühlte Parität‘ stellt sich bei näherer Betrachtung häufig als Schieflage heraus, so auch bei der Studie #frauenzählen.
Wenn also vorwiegend männliche Werte vermittelt, und Rollenbilder verfestigt werden, die Frauen in die zweite Reihe drängen, was macht das dann mit uns?
Janet Clark erläutert in diesem Vortrag knapp und eindringlich die Stolperfallen auf dem Weg zur Gleichberechtigung und zeigt einfache und doch wirkungsvolle Möglichkeiten, unseren Sinn für Geschlechtergerechtigkeit zu schulen und Frauen durch bewusstes Verhalten im täglichen Leben zu empowern.